Remote ID: Das digitale Kennzeichen deiner Drohne
C1-, C2- und C3-Drohnen senden ihre Identität laufend per Funk – empfangbar mit jedem kompatiblen Gerät, nicht nur von Behörden. Wer senden muss und wie du es korrekt einrichtest.
Was Remote ID sendet
Die Direct Remote ID überträgt während des Fluges lokal per Funk (Bluetooth/WLAN): deine Betreiber-Registrierungsnummer, die Seriennummer der Drohne, Position und Höhe der Drohne, die Position der Fernsteuerung und die Flugrichtung. Das Signal ist eine lokale Aussendung – es lässt sich mit kompatiblen Empfangsgeräten grundsätzlich von jedem empfangen, der in Reichweite ist, ohne Zugriff auf die Drohne. Für Polizei und Luftfahrtbehörde dient es vor allem dazu, einen laufenden Betrieb einem registrierten Betreiber zuzuordnen.
Wer muss senden?
- Drohnen der Klassen C1, C2 und C3 – Direct Remote ID ist Teil der Klassenanforderungen (VO (EU) 2019/945, Teile 2–4)
- C0 und C4: keine Remote-ID-Anforderung in der Klassendefinition – die Klassennummer allein sagt also nichts über die Pflicht aus
- C5 und C6 (Standardszenarien in Specific): Remote ID ebenfalls vorgeschrieben
- Bestandsdrohnen ohne Klasse: derzeit keine Remote-ID-Pflicht in Open
- In künftigen U-Space-Lufträumen: Network Remote ID für alle Teilnehmer
Einrichten in 2 Minuten
- Registrierungsnummer aus deinem Dronespace-Konto kopieren (16-stellig, ohne die letzten 3 Geheimziffern – die App zeigt dir das Format).
- In der Hersteller-App eintragen (z. B. DJI Fly: Profil → „UAS Remote Identification“).
- Zusätzlich die Nummer physisch auf der Drohne anbringen – die Sendepflicht ersetzt die Kennzeichnungspflicht nicht.
Ausblick: Remote ID schon ab 100 g?
Die EU-Kommission arbeitet an einem Drone Security Package (Vorschlag erwartet Q3/2026): diskutiert werden Direct Remote ID und Registrierungspflichten bereits für Drohnen über 100 g sowie eine technische Startsperre ohne hinterlegte Operator-ID. Noch ist das ein Entwurf – wir halten dich in den News auf dem Laufenden.
Häufige Fragen
Kann jeder meine Remote ID auslesen?
Ja, grundsätzlich. Die Funkdaten sind lokal mit kompatiblen Geräten empfangbar, enthalten aber keine persönlichen Daten – nur deine Registrierungsnummer, Position und Flugdaten. Name und Adresse dahinter sehen nur Behörden im Register.
Meine Drohne ist C4 – brauche ich Remote ID?
Nein. Die Klasse C4 (klassische Modellflugzeuge ohne Automatikfunktionen) hat keine Remote-ID-Anforderung. Die Pflicht gilt für C1, C2, C3, C5 und C6 – und in Specific nach Art. 40 Abs. 4 VO 2019/945 grundsätzlich auch ohne Klassenlabel.
Meine Bestandsdrohne hat kein Remote ID – darf ich noch fliegen?
Ja, in der Kategorie Open besteht für Bestandsgeräte ohne Klassenlabel derzeit keine Remote-ID-Pflicht (Stand August 2026). Beobachte aber das geplante EU-Sicherheitspaket.
Quellen & Rechtsgrundlagen
- EU-RechtVO (EU) 2019/945Anhang, Teile 2–4 – Direct Remote ID für Klassen C1–C3Zur Quelle ↗
- EU-RechtEASA FAQ – Drohnen unter 250 gRemote-ID-Eintrag, sofern die Drohne über die Funktion verfügtZur Quelle ↗
- BehördeninfoAustro Control – dronespace.atBetreibernummer und e-ID in der PraxisZur Quelle ↗
Fachlich geprüft am · Redaktion drohneninfos.at · Fehler gefunden? Kurz melden – Korrekturen werden zeitnah eingearbeitet.
Und an deinem konkreten Standort?
Ob du dort fliegen darfst, hängt zusätzlich von Geozonen und lokalen Einschränkungen ab – tagesaktuell auf der Karte.