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Kategorie Specific: Bewilligung, SORA 2.5, STS und LUC

Flüge außerhalb der Sichtweite, über unbeteiligten Personen, über 120 m oder mit schwerem Gerät nahe an Menschen: Willkommen in der Kategorie Specific – dem Kernfeld professioneller Drohnenarbeit.

Von Benjamin Hetzendorfer · Aktualisiert am · 10 min Lesezeit

Wann ist Specific erforderlich?

Immer dann, wenn der konkrete Betrieb die Bedingungen der Kategorie Open nicht einhalten kann. Der Ort allein entscheidet das nicht – eine C0- oder C1-Drohne in A1 fliegt auch in der Stadt in Open. Typische Specific-Fälle:

  • Flüge außerhalb der Sichtweite (BVLOS)
  • Flüge über unbeteiligten Personen oder mit weniger Abstand, als A2/A3 erlauben – etwa mit schwereren Drohnen in bebautem Gebiet
  • Flüge über 120 m Höhe
  • Drohnen ab 25 kg
  • Befliegung von Infrastruktur mit erhöhtem Bodenrisiko

Drei Wege zur Erlaubnis

WegFür wenAufwand
STS-DeklarationEinsätze, die ein Standardszenario (STS-01/02) abdecktgering: STS-Zeugnis + Erklärung
Betriebsbewilligung (meist auf Basis einer SORA)individuelle Einsätze ohne passendes STSmittel–hoch: Risikobewertung + Operations Manual
LUC (Light UAS Operator Certificate)erfahrene Betreiber mit wiederkehrenden Einsätzenhoch, dafür Selbstgenehmigungs-Privilegien

Die SORA-Methodik (aktuell: SORA 2.5)

SORA ist keine eigene Genehmigungsart, sondern die Methode zur Risikobewertung, mit der eine Betriebsbewilligung begründet wird. Für Einsätze ohne Standardszenario erstellst du eine Risikobewertung nach SORA (Specific Operations Risk Assessment) und legst sie Austro Control vor. Seit der ED Decision 2025/018/R (September 2025) gilt europaweit SORA 2.5 – vollständig integriert in die Easy Access Rules der EASA (Revision Juni 2026). Die Grundlogik:

GRC (Ground Risk)Gefahr für Personen am Boden – seit 2.5 quantitativ über Bevölkerungsdichtekarten ARC (Air Risk)Wahrscheinlichkeit einer Begegnung mit bemannter Luftfahrt SAIL (I–VI)daraus abgeleitete Vertrauensstufe – bestimmt die Strenge der Auflagen OSO24 Sicherheitsziele gemäß Anhang E – Robustheit steigt mit dem SAIL

Die wichtigsten Neuerungen von SORA 2.5 – quantitatives Bodenrisiko, schlankerer 10-Schritte-Prozess, vereinfachte SAIL-II-VLOS-Anträge, geänderte Mitigationen – haben wir in einem eigenen News-Artikel zusammengefasst.

Fristen: Neuanträge laufen nur noch nach SORA 2.5. Bestehende SORA-2.0-Bewilligungen bleiben bis zu ihrem Ablauf gültig, längstens bis 31.12.2027 – danach ist die Umstellung Pflicht.

Der Weg zur Betriebsbewilligung

  1. Einsatz definieren: Gebiet, Höhe, Sichtbedingungen, Drohne, Nutzlast (ConOps).
  2. STS prüfen: Passt ein Standardszenario? Dann genügt die Deklaration.
  3. SORA-Risikobewertung erstellen und mit dem Antragsformular bei Austro Control einreichen (Formulare auf dronespace.at/downloads).
  4. Operations Manual erstellen: dokumentiert Verfahren und OSO-Nachweise (Beispiel für SAIL II stellt Austro Control bereit).
  5. Bescheid abwarten, dann Betrieb gemäß Auflagen aufnehmen. Die Bearbeitung dauert ab vollständiger Einreichung erfahrungsgemäß 4 bis 12 Wochen – plane mindestens 2 Monate Vorlaufzeit ein; Kontakt: dronespace@austrocontrol.at.

LUC: die Königsklasse

Mit einem Light UAS Operator Certificate überträgt Austro Control erfahrenen Organisationen das Privileg, bestimmte Specific-Einsätze selbst zu genehmigen – ideal bei laufend wechselnden Aufträgen, aber mit hohen organisatorischen Anforderungen (Sicherheitsmanagementsystem, Verantwortlichkeiten, Audits).

Specific-Einsatz fürs Unternehmen geplant? Wenn du Unterstützung bei SORA, Operations Manual oder dem Bewilligungsverfahren brauchst: Der Autor dieser Seite begleitet solche Projekte beruflich – w4skymedia.at. Die Anleitung hier bleibt davon unabhängig und vollständig.

Cross-Border: Specific im Ausland

Eine österreichische Betriebsbewilligung kannst du per Cross-Border-Verfahren auf andere EU-Staaten ausweiten: Der Zielstaat bestätigt die lokalen Besonderheiten (Zonen, Luftraum), bevor du dort fliegst. Formular und Checkliste: dronespace.at.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine SORA-Bewilligung?

Ab vollständiger Einreichung erfahrungsgemäß 4 bis 12 Wochen. Austro Control empfiehlt, mindestens 2 Monate vor dem geplanten Betrieb einzureichen – komplexe Anträge (hoher SAIL, BVLOS) können länger dauern.

Was kostet eine Betriebsbewilligung?

Die Gebühren richten sich nach Aufwand und Komplexität des Antrags – ein Fixpreis lässt sich nicht nennen. Dazu kommt dein Aufwand für SORA und Operations Manual.

Kann ich SORA selbst erstellen oder brauche ich Berater?

Für SAIL-II-VLOS-Einsätze ist SORA 2.5 gut selbst machbar (reduzierter Dokumentationsaufwand). Bei BVLOS oder höheren SAIL-Stufen lohnt sich Unterstützung durch erfahrene Dienstleister oder Software-Tools.

Quellen & Rechtsgrundlagen

  • EU-RechtVO (EU) 2019/947Art. 5 und 12 – Betriebsgenehmigung in der Kategorie SpecificZur Quelle ↗
  • EU-RechtEASA Easy Access Rules for UASRevision Juni 2026 – integriert SORA 2.5 (ED Decision 2025/018/R)Zur Quelle ↗
  • BehördeninfoAustro ControlSORA-2.5-Antragsformular und Leitfaden (SORA Guide) – Verfahren „Betriebsgenehmigung“Zur Quelle ↗

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