Kategorie Specific: Bewilligung, SORA 2.5, STS und LUC
Flüge außerhalb der Sichtweite, über besiedeltem Gebiet mit schwerem Gerät oder über 120 m: Willkommen in der Kategorie Specific – dem Kernfeld professioneller Drohnenarbeit.

Wann ist Specific erforderlich?
- Flüge außerhalb der Sichtweite (BVLOS)
- Kameraflüge über besiedeltem Gebiet mit schwereren Drohnen (z. B. über 4 kg)
- Flüge über 120 m Höhe
- Drohnen über 25 kg
- Befliegung von Infrastruktur mit erhöhtem Bodenrisiko
Drei Wege zur Erlaubnis
| Weg | Für wen | Aufwand |
|---|---|---|
| STS-Deklaration | Einsätze, die ein Standardszenario (STS-01/02) abdeckt | gering: STS-Zeugnis + Erklärung |
| Betriebsbewilligung (SORA) | individuelle Einsätze ohne passendes STS | mittel–hoch: Risikobewertung + Operations Manual |
| LUC (Light UAS Operator Certificate) | erfahrene Betreiber mit wiederkehrenden Einsätzen | hoch, dafür Selbstgenehmigungs-Privilegien |
Die SORA-Methodik (aktuell: SORA 2.5)
Für Einsätze ohne Standardszenario erstellst du eine Risikobewertung nach SORA (Specific Operations Risk Assessment) und legst sie Austro Control vor. Seit der ED Decision 2025/018/R (September 2025) gilt europaweit SORA 2.5 – vollständig integriert in die Easy Access Rules der EASA (Revision Juni 2026). Die Grundlogik:
Die wichtigsten Neuerungen von SORA 2.5 – quantitatives Bodenrisiko, schlankerer 10-Schritte-Prozess, vereinfachte SAIL-II-VLOS-Anträge, geänderte Mitigationen – haben wir in einem eigenen News-Artikel zusammengefasst.
Der Weg zur Betriebsbewilligung
- Einsatz definieren: Gebiet, Höhe, Sichtbedingungen, Drohne, Nutzlast (ConOps).
- STS prüfen: Passt ein Standardszenario? Dann genügt die Deklaration.
- SORA-Risikobewertung erstellen und mit dem Antragsformular bei Austro Control einreichen (Formulare auf dronespace.at/downloads).
- Operations Manual erstellen: dokumentiert Verfahren und OSO-Nachweise (Beispiel für SAIL II stellt Austro Control bereit).
- Bescheid abwarten, dann Betrieb gemäß Auflagen aufnehmen. Empfehlung: mindestens 2 Monate Vorlaufzeit einplanen; Kontakt: dronespace@austrocontrol.at.
LUC: die Königsklasse
Mit einem Light UAS Operator Certificate überträgt Austro Control erfahrenen Organisationen das Privileg, bestimmte Specific-Einsätze selbst zu genehmigen – ideal bei laufend wechselnden Aufträgen, aber mit hohen organisatorischen Anforderungen (Sicherheitsmanagementsystem, Verantwortlichkeiten, Audits).
Cross-Border: Specific im Ausland
Eine österreichische Betriebsbewilligung kannst du per Cross-Border-Verfahren auf andere EU-Staaten ausweiten: Der Zielstaat bestätigt die lokalen Besonderheiten (Zonen, Luftraum), bevor du dort fliegst. Formular und Checkliste: dronespace.at.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine SORA-Bewilligung?
Austro Control empfiehlt, mindestens 2 Monate vor dem geplanten Betrieb einzureichen – komplexe Anträge (hoher SAIL, BVLOS) können länger dauern.
Was kostet eine Betriebsbewilligung?
Die Gebühren richten sich nach Aufwand und Komplexität des Antrags – ein Fixpreis lässt sich nicht nennen. Dazu kommt dein Aufwand für SORA und Operations Manual.
Kann ich SORA selbst erstellen oder brauche ich Berater?
Für SAIL-II-VLOS-Einsätze ist SORA 2.5 gut selbst machbar (reduzierter Dokumentationsaufwand). Bei BVLOS oder höheren SAIL-Stufen lohnt sich Unterstützung durch erfahrene Dienstleister oder Software-Tools.
Quellen & Rechtsgrundlagen
- EU-RechtVO (EU) 2019/947Art. 5 und 12 – Betriebsgenehmigung in der Kategorie SpecificZur Quelle ↗
- EU-RechtEASA Easy Access Rules for UASRevision Juni 2026 – integriert SORA 2.5 (ED Decision 2025/018/R)Zur Quelle ↗
- BehördeninfoAustro ControlSORA-2.5-Antragsformular und Leitfaden (SORA Guide) – Verfahren „Betriebsgenehmigung“Zur Quelle ↗
Fachlich geprüft am · Redaktion drohneninfos.at · Fehler gefunden? Kurz melden – Korrekturen werden zeitnah eingearbeitet.
Und an deinem konkreten Standort?
Ob du dort fliegen darfst, hängt zusätzlich von Geozonen und lokalen Einschränkungen ab – tagesaktuell auf der Karte.