DJI Intelligent Flight Modes erklärt
Automatische Flugmodi liefern in Sekunden Aufnahmen, für die man sonst Übung braucht. Sie nehmen dir aber weder die Aufsicht noch die Verantwortung ab.
- FocusTrack ist der Oberbegriff für Spotlight, Point of Interest und ActiveTrack.
- QuickShots sind kurze vorprogrammierte Manöver (Dronie, Circle, Helix, Rocket, Boomerang, Asteroid), MasterShots reihen mehrere davon zu einer Sequenz.
- Verfügbarkeit und Namen unterscheiden sich je Modell und Firmware – die Herstellerübersicht ist maßgeblich.
- Wichtig: Ein automatischer Modus übernimmt keine rechtliche Verantwortung – Sichtverbindung, Abstände und Zonen gelten unverändert.
Die Modus-Familien im Überblick
| Funktion | Zweck |
|---|---|
| FocusTrack | Sammelbegriff für die Motivverfolgung |
| ActiveTrack | Drohne folgt einem Motiv aktiv |
| Spotlight | Kamera hält das Motiv, du steuerst den Flug selbst |
| Point of Interest (POI) | Drohne kreist um ein festgelegtes Motiv |
| QuickShots | kurze vorprogrammierte Flugmanöver |
| MasterShots | mehrere automatisierte Manöver als fertige Sequenz |
| Hyperlapse | bewegtes Zeitraffervideo |
| Waypoint Flight | Flug entlang gespeicherter Wegpunkte |
| Cruise Control | hält eine konstante Steuerbewegung |
| Panorama | automatische Aufnahme mehrerer Einzelbilder |
| Vertical Shooting | Hochformat für Social Media |
FocusTrack: Spotlight, POI und ActiveTrack
Spotlight ist der defensivste Modus: Die Kamera bleibt am Motiv, den Flugweg bestimmst du. Ideal, wenn du die Kontrolle behalten willst – etwa in engem Gelände.
Point of Interest kreist um ein Objekt. Für Gebäude, Bäume oder Fahrzeuge die schnellste Art, eine saubere Umkreisung zu bekommen. Achte auf den Kreisradius und was darin steht: Der Modus fliegt die Bahn, nicht die Hindernisvermeidung deines Kopfes.
ActiveTrack folgt dem Motiv aktiv. Am nützlichsten bei Fahrzeugen, Radfahrern oder Läufern in offenem Gelände. Am gefährlichsten dort, wo Äste, Leitungen oder Masten im Weg stehen – seitliche und rückwärtige Sensorik ist je nach Modell begrenzt.
QuickShots und MasterShots
QuickShots liefern in wenigen Sekunden ein fertiges Manöver: Dronie (rückwärts aufsteigend weg vom Motiv), Circle (eine Umrundung), Helix (aufsteigende Spirale), Rocket (senkrecht hoch, Kamera nach unten), Boomerang (ovale Bahn zurück zum Start), Asteroid (Rückwärtsflug endend in einer Kugelpanorama-Ansicht). Welche verfügbar sind, hängt vom Modell ab.
MasterShots reihen mehrere solcher Manöver automatisch aneinander und schneiden sie zu einer kurzen Sequenz zusammen – praktisch für schnelle Ergebnisse, aber wenig Kontrolle über Bildsprache und Schnitt. Für Kundenmaterial lieber die Manöver einzeln fliegen und selbst schneiden.
Hyperlapse und Waypoints
Hyperlapse kombiniert Zeitraffer mit Bewegung – der stärkste Effekt bei Wolken, Verkehr und Sonnenuntergängen. Rechne mit langen Standzeiten in der Luft: Akku, Wind und die Sichtverbindung im Blick behalten.
Waypoint Flight speichert eine Route samt Kameraausrichtung und fliegt sie reproduzierbar ab – ideal für Vorher-nachher-Aufnahmen (Baufortschritt) oder für einen perfekten Take nach mehreren Versuchen. Genau hier ist die Versuchung am größten, den Blick vom Himmel zu nehmen: nicht tun.
Was du bei jedem Modus prüfen solltest
- Welche Flugbahn entsteht konkret – und was steht in dieser Bahn?
- Welche Hinderniserkennung ist in dieser Bewegungsrichtung aktiv (rückwärts und seitlich ist oft schwächer)?
- Wie wird das Motiv ausgewählt, und was passiert bei Verlust der Verfolgung?
- Kannst du jederzeit abbrechen – und weißt du, welcher Knopf das tut, bevor du ihn brauchst?
- Wie viel Platz brauchst du nach oben und hinten (Rocket, Dronie, Asteroid steigen weit)?
- Reicht der Akku für Manöver plus Rückflug bei Gegenwind?
Praxis-Empfehlungen
- Erst manuell, dann automatisch: Wer die Manöver von Hand kann, erkennt früher, wann ein Automatikmodus in Schwierigkeiten gerät.
- Testflug im freien Gelände: Jeden neuen Modus zuerst dort ausprobieren, wo ein Fehler nichts kostet.
- Bei Menschen im Bild: ActiveTrack auf Personen ist rechtlich heikel – Abstandsregeln und Datenschutz beachten, Einverständnis einholen.
- Für Auftragsarbeiten: Wichtige Takes zusätzlich manuell fliegen. Automatikmodi sind großartig – aber du willst nicht vom Kunden erklären müssen, warum die Sequenz abgebrochen ist.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen ActiveTrack und Spotlight?
Bei ActiveTrack folgt die Drohne dem Motiv aktiv, bei Spotlight hält nur die Kamera das Motiv – den Flugweg steuerst du selbst. Spotlight ist damit der kontrollierbarere Modus.
Darf ich mit ActiveTrack Personen verfolgen lassen?
Technisch ja, rechtlich mit Vorsicht: Die Abstandsregeln deiner Unterkategorie gelten unverändert, und Aufnahmen von Personen berühren Datenschutz und Persönlichkeitsrechte. Bei fremden Personen ohne Einverständnis: besser nicht.
Übernimmt der Automatikmodus die Hindernisvermeidung?
Nur soweit die Sensorik in der jeweiligen Bewegungsrichtung reicht – rückwärts, seitlich und nach oben ist sie je nach Modell schwächer. Dünne Äste, Leitungen und Netze werden häufig nicht erkannt.
Welche Modi hat meine Drohne?
Das unterscheidet sich je Modell und Firmware erheblich. Maßgeblich ist die modellbezogene Übersicht des Herstellers – ältere Modelle haben teils andere Bezeichnungen für ähnliche Funktionen.
Quellen & Rechtsgrundlagen
- HerstellerDJI – offizielle Produkt- und Support-DokumentationKameraprofile, unterstützte Modi und LUTs je ModellZur Quelle ↗
- Redaktionelle EinordnungPraxis-Einordnung drohneninfos.atRichtwerte aus der eigenen Produktionspraxis – keine Herstellergarantie
Fachlich geprüft am · Redaktion drohneninfos.at · Fehler gefunden? Kurz melden – Korrekturen werden zeitnah eingearbeitet.
Und an deinem konkreten Standort?
Ob du dort fliegen darfst, hängt zusätzlich von Geozonen und lokalen Einschränkungen ab – tagesaktuell auf der Karte.